Ein herzliches Willkommen auf meinem neuen Blog. Meinem fünften.
Ja, fünf.
Bevor wir hier richtig loslegen, möchte ich euch eine Einführung in meine Blogger-Historie geben.
Meinen ersten Blog schrieb ich für meine damalige beste Freundin, als ich noch 13 oder 14 war. Sie war anderthalb Wochen auf einer Kreuzfahrt und ich hielt es für sehr angebracht, sie darüber, was es Spannendes aus der Heimat - und über unsere Mitmenschen - zu berichten gab, auf dem Laufenden zu halten. Meine heilige Pflicht war das. An der Tatsache, dass es nur einen einzigen Post auf diesem Blog gab, merkt man, dass mein Leben und meine Umwelt zu dem Zeitpunkt wohl nicht sonderlich brisant waren. Aber was sein muss, muss sein. Und so blieb sie topinformiert darüber, wer welches neue Profilbild hochgeladen hat und gerüchteweise mit wem aus dem Jahrgang und den beiden über uns anbändelt. Mein 13/14-jähriges Ich war simpel, verzeiht ihm.
Mein zweiter Blog kam etwas erfolgreicher daher, war er immerhin ein halbes Jahr lang aktiv und wurde eine Weile zumindest ganz gut gehegt, gepflegt und instand gehalten. Ich befand mich zu dem Zeitpunkt in Amerika, hatte einen riesengroßen religionsbedingten Kulturschock, den ich als solchen so aber gar nicht empfand und rückblickend erst wahrnahm, und habe ziemlich regelmäßig über mein Leben geschrieben, bis ich Anfang Januar Freunde fand - der Prozess hatte zum Glück ja nur gute fünf Monate gebraucht! - ..und auf dem Blog herrschte Totentanz.
Dann kam der Käferblock. Der war eigentlich nur ein Ableger vom Amerika-Blog und sollte sich auf humorvolle Art und Weise den Kakerlaken in meinem Zimmer und den Riesenheuschrecken in unserer Garagenauffahrt widmen. (Kein Witz!) Dieser Blog kam nie zustande, was definitiv nicht an einem Mangel an Content lag, sondern schlichtweg an dem unterbewussten Drang, nicht mehr Zeit als nötig damit zu verbringen, sich irgendwelchen viel zu groß geratenen Insekten zu nähern und damit ja quasi ein Anspringen/Ankrabbeln/Anfliegen zu provozieren.
Mein Bloggen kam zum Erliegen, mein Leben allerdings ging weiter. Ich hatte die Schule gewechselt, mich lange nicht wohlgefühlt und wollte eigentlich nur raus. Raus aus meinem Umfeld, meiner Schule, meinem Körper und allem, woraus man sonst noch hätte entfliehen können. Ich wanderte den Jakobsweg und dachte nicht mal daran, aus irgendwelchen Herbergsbetten heraus, todesfertig nach den täglich zurückgelegten 30 Kilometern, noch irgendwen über mein Leben zu updaten. Und schon mal gar nicht in grammatikalisch angebrachter Satzstruktur.
Als Anfang 2016 dann das Abitur ins Haus stand, gingen meine Fantasien wieder mit mir durch. "Bloß weg!", echote es in meinem Kopf und Google wurde geflutet mit meinen Suchanfragen nach exotischen, möglichst weit entfernten Reisezielen. Der vierte Anlauf in Sachen Blogs wurde gestartet. Die Motivation ergoss sich in 12 Zeilen Blog-Material und endete als nie veröffentlichter Entwurf. Sollte wohl so sein. "Leaving Safe Haven" war ohnehin kein Name, unter dem ich lange hätte schreiben wollen.
Und trotzdem finde ich mich gut ein Jahr später wieder hier. Wobei sich "hier" auf keinen genauen Ort bezieht, obwohl das eigene Bett schon ganz nett wäre. "Zuhause" ist gerade Spanien, genauer Vacarisses nahe Barcelona. Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich Berge. Es regnet und sieht gerade nicht nach Spanien aus. Mein Gastvater würde mich jetzt verbessern und sagen "No no no, not Spain. Catalunya!"
Schon etwas eigen hier, aber sehr charmant.
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